Gelenk bei Gichtanfall kühlen

Etwa eine Million Menschen (80% männlich) sind hierzulande von der, im Falle eines Anfalls sehr schmerzhaften Stoffwechselerkrankung betroffen. In der übrigen Zeit verläuft Gicht eher symptomlos und wird erst mit dem Primär-Anfall oder im Rahmen einer routinemäßigen Blutuntersuchung festgestellt.

Einst wurde Gicht als „Krankheit der Könige“ betitelt, weil sie vor allem mit Völlerei, ungesunder Lebensweise und übermäßigem Alkoholgenuss in Verbindung gebracht wurde und daher weniger den „einfachen Mann“ befiel. Das ist sicher nicht von der Hand zu weisen, entspricht aber aus heutiger Sicht nicht der ganzen Wahrheit. Ursächlich können darüber hinaus auch bestimmte Medikamente (z. B. Betablocker), andere Krankheiten (u. a.  Nierenleiden) oder eine erbliche Veranlagung sein.

Feine Kristalle lagern sich durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Blut auch in den Gelenken ab und verursachen dort im Akutfall eine heftige Entzündung. Auf diese Weise entstehen vorrangig über Nacht die typischen Symptome eines Gichtanfalls: gerötete Haut, starke Schwellung und erhebliche Schmerzen im betroffenen Gelenk (oft das Grundgelenk des großen Zehs). Ursächlich für einen solchen Anfall sind in der Regel eine erhöhte Aufnahme von Purinen am Vortag und/oder Gründe, die eine optimale Ausscheidung über Nieren und Darm verhindert haben.

Purine werden sowohl über die Nahrung aufgenommen als auch körpereigen als essenzielle Zellbestandteile gebildet.

Nach Bekanntwerden der Krankheit sollten Betroffene ihre Ernährung umstellen und bewusster leben, um weitere Gichtanfälle zu vermeiden und Folgeschäden in den Gelenken zu verhindern:

  • Innereien, Meeresfrüchte, Schweine- bzw. Rindfleisch sowie bestimmte Fischsorten (z. B. Hering, Sardellen) sollten bestenfalls vom Speiseplan gestrichen werden.
  • Auch Hülsenfrüchte sind nur noch in Maßen erlaubt.
  • Da Alkohol die Bildung von Harnsäure anregt und Bier obendrein selbst Purine enthält, ist hier Vorsicht geboten.
  • Fruchtzucker treibt ebenfalls den Harnsäurespiegel in die Höhe.
  • 2 bis 3 Liter Wasser, ungesüßte Tees oder Schorlen am Tag unterstützen die Ausscheidung überschüssiger Harnsäure.
  • Ein gesunder Darm hält den Harnsäurespiegel im Lot. Eine ballaststoffreiche, ausgewogene Ernährung zahlt sich daher aus.

Haben Sie doch einmal über die Stränge geschlagen oder bei der anhaltenden Hitze zu wenig getrunken, so dass sich über Nacht eine Entzündung breitgemacht hat, können Sie ihr mit den folgenden Maßnahmen begegnen:

  • Ibuprofen nimmt den Schmerz und drängt die Entzündung zurück.
  • Viel Trinken spült überschüssige Harnsäure zuverlässig aus dem Körper.
  • Brennnesseltee unterstützt diesen Prozess zusätzlich.
  • Knoblauch, Ingwer und Zwiebeln sind entzündungshemmend.
  • Das betroffene Gelenk muss gut gekühlt und geschont werden.
  • Vorübergehend sollten nur purinarme oder besser noch –freie Lebensmittel auf den Tisch.

Es ist immer ratsam, im Verdachtsfall einen Arzt aufzusuchen. Nur er kann eine sichere Diagnose stellen und abwägen, ob weitere Medikamente nötig sind.

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Über die Autorin
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Daniela Fischbach

Freiberufliche Texterin bei Texterei Wortgewand

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