Für ältere Menschen oder chronisch Kranke kann die tägliche Medikamentengabe manchmal ein Graus sein. Schnell verliert man die Übersicht oder verbummelt die rechtzeitige Einnahme.
Eine detaillierte Übersicht (wovon, wann, wie viel, wie, warum) über alle Verordnungen liefert ein Medikamentenplan. Ab drei Arzneimitteln, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, haben Sie Anspruch auf die Erstellung und Aushändigung eines bundeseinheitlichen Medikamentenplans durch Ihren behandelnden Arzt. Zudem wird er in elektronischer Form auf Ihrer Gesundheitskarte gespeichert, so dass mitbehandelnde Ärzte und Apotheken darauf zugreifen können. Trotz allem vermag er nicht, Sie an die rechtzeitige Einnahme zu erinnern.
Dafür gibt es jedoch einige andere Hilfsmittel, die wir im Folgenden kurz vorstellen wollen:
- Gut bekannt und recht gebräuchlich sind Pillenboxen oder –etuis, in denen der komplette Medikamenten-Vorrat für 7 oder gar 14 Tage vorsortiert (früh, mittags, abends, nachts) untergebracht werden kann.
- Apotheken oder andere darauf spezialisierte Dienstleister verpacken Ihre Medikamente auf Anfrage und gegen Zahlung eines Obolus in übersichtliche, exakt beschriftete Einzeldosen. Die sogenannte Verblisterung kostet ca. 20 Euro je Monat. Der Wochenvorrat wird frei Haus geliefert. Sind die Packungen aufgebraucht, werden je nach Auftragserteilung neue Rezepte vom behandelnden Arzt eingeholt, so dass ein nahtloser Übergang gewährleistet ist. Lässt sich eine medizinische Notwendigkeit begründen, zahlt die Krankenkasse diesen Service.
- Außerdem werden am Markt elektronische Dosierboxen angeboten. 28 Fächer können individuell bestückt werden. Zur Einnahmezeit ertönt ein optischer und/oder akustischer Alarm, der erst erlischt, wenn die Tabletten entnommen wurden. Das entsprechende Fach wird eigens dafür freigeschaltet, so dass es nicht zu Fehleinnahmen kommen kann. Insbesondere für demente Patienten kann das sehr hilfreich sein.
- Ansehnliche Erinnerungsarmbänder machen durch Vibration und Ton auf die zeitgerechte Einnahme der Medikamente aufmerksam. Bis zu 10 Alarme können voreingestellt werden.
- Um auch hier mit der Zeit zu gehen, können sich Smartphone-Nutzer eine kostenlose App (z. B. MyTherapy) aufs Handy laden, die sowohl an Einnahmezeiten als auch an Arzttermine erinnert, rechtzeitig Bescheid gibt, wann die Packungen aufgebraucht sind und sogar das Führen eines Therapie-Tagebuches ermöglicht, das für den behandelnden Arzt ausgedruckt werden kann.
- Bleibt trotz allem ungewiss, dass die selbständige Einnahme der oft lebensnotwendigen Medikamente auch wirklich klappt, ist es ratsam einen ambulanten Pflegedienst mit der Gabe der Arzneien zu beauftragen. Bei Bedarf kommt dieser auch mehrmals täglich vor Ort und verabreicht die Arzneimittel unter Aufsicht. Diese Leistung kann als Behandlungspflege über die zuständige Krankenkasse abgerechnet werden.





